/  01. Mai 2015  -  31. Oktober 2017

BiKoFlex

Untersuchung der Rolle eines flexibilisierten Strommanagements von Biogutvergärungs- und Kompostierungsanlagen zur Integration der fluktuierenden Erneuerbaren Energien

Partner Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Förderung BMWi
Laufzeit 01.05.2015 – 31.10.2017
Bearbeitende  Uwe Hoffstede (Projektleitung), Manuel Stelzer, Uwe Holzhammer

 

Durch den weiteren Ausbau insb. der fluktuierenden Erneuerbaren Energien (fEE) werden in Zukunft zunehmend flexible Stromerzeugungs- und Verbrauchskapazitäten erforderlich sein, die zum Ausgleich der witterungsabhängigen Einspeisung durch die Energieträger Windkraft und Photovoltaik beitragen. Dazu gehört sowohl eine nach dem Strombedarf orientierte Betriebsweise als auch die Bereitstellung von Systemdienstleistungen (SDL), um eine Energieversorgung mit hoher Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Vor diesem Hintergrund wird in dem Forschungsprojekt »BiKoFlex - Untersuchung der Rolle eines flexibilisierten Strommanagements von Biogutvergärungs- und Kompostierungsanlagen zur Integration der fluktuierenden Erneuerbaren Energien« das energiewirtschaftliche Potential von Bioabfallvergärungs- und Kompostierungsanlagen (BiKo-Anlagen) als Flexibilitätsoption im Energiesystem unter Berücksichtigung abfallwirtschaftlicher und verfahrenstechnischer Fragestellungen analysiert und bewertet.

BiKo-Anlagen weisen grundsätzlich das technische Potential auf, einen Beitrag zur Integration der fEE zu leisten – sowohl durch eine bedarfsorientierte Stromproduktion als auch durch ein angepasstes Lastmanagement und durch die zusätzliche Erbringung insb. von Regelleistung. Gleichzeitig gewinnt die stofflich-energetische Nutzung von Bioabfällen durch die Neuordnung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes KrWG, nach dem überlassungspflichtige Bioabfälle seit dem 01.01.2015 getrennt zu sammeln sind, weiter an Bedeutung (siehe auch EEG 2014)). Damit einhergehend ist mit einer deutlichen Steigerung des  Biomassepotentials aus organischen Reststoffen in Deutschland zu rechnen. Bisher werden diese BiKo-Anlagen i.d.R. jedoch sowohl hinsichtlich ihres Stromeigenbedarfs als auch im Hinblick auf die Stromerzeugung unabhängig vom allgemeinen Strombedarf betrieben.

Mit Inkrafttreten des EEG 2014 müssen neue BiKo-Anlagen jedoch bereits die Fähigkeit aufweisen, Strom flexibel produzieren zu können. Die Anlagenkonzepte gilt es deshalb anzupassen und optimal in den Transformationsprozess der zukünftigen Energieversorgung zu integrieren.

Die Sichtweise auf die Energiesystemtechnik und die Integration der Erneuerbaren Energien durch das Fraunhofer IEE (ehemals Fraunhofer IWES) wird ergänzt durch langjährige Erfahrungen in der Abfallwirtschaft durch den Verbundpartner, der Witzenhausen-Institut GmbH.
Neben der wissenschaftlich-analytischen Ausrichtung erhält das Vorhaben durch die Einbindung von zwei Praxisanlagen eine stark anwendungsorientierte Komponente.