Der Übergang von fossilen Energieerzeugern in Deutschland führt zu einer zunehmenden Integration erneuerbarer Energiequellen in das Stromnetz, welche häufig dezentral einspeisen. Gleichzeitig ist ein Anstieg der Elektrifizierung im Bereich Verkehr sowie der Heizsysteme festzustellen, was zu einem höheren Energieverbrauch von Haushalten und damit verbunden zu höheren Lastspitzen führt, bei volatiler Energieversorgung. Um diesen Lastspitzen effektiv entgegenzuwirken, ist es notwendig, den aktuellen Netzzustand zu kennen.
Optimale Messstellenplatzierung für höhere Netztransparenz durch intelligente Messtechnik
Für die Gewährleistung einer ausreichenden Transparenz des Stromnetzes ist die Implementierung von Messtechnik von entscheidender Bedeutung. Dies kann beispielsweise durch den Einsatz intelligenter Messsysteme oder den Einbau von Messtechnik in Kabelverteilerschränke erfolgen. Das Messstellenplatzierungstool hilft dabei, ein bestmögliches Ergebnis zwischen Kostenoptimierung und Netztransparenz zu erreichen. Dafür kalkuliert es auf Basis einer Weighted Least Square State Estimation, in welcher Reihenfolge die Messstellen ausgebaut werden müssen und wie viele notwendig sind, um eine hinreichend genaue Transparenz zu erreichen.
Zunächst wird dem Tool übergeben, welche Messstellen bereits vorhanden sind und welche Busse als potenzielle Messstellen in Frage kommen. Anhand von anonymisierten oder für das Stromnetz bereitgestellten Zeitreihen, wird anschließend eine Zustandsschätzung durchgeführt. Nach erfolgreichem Abschluss des Prozesses liefert das Tool eine Liste, die zeigt, in welchem Maße jede Messstelle die Schätzergebnisse für das Stromnetz verbessert, sowie eine Empfehlung zur Priorisierung des Ausbaus der Messstellen, wie in der folgenden Tabelle dargestellt.