Verteilnetzstudie Hessen 2024-2034

Die Verteilnetze werden vermehrt Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen aufnehmen müssen. Zugleich ist absehbar, dass in wenigen Jahren Hunderttausende von Elektrofahrzeugen täglich geladen werden müssen. Aus beiden Entwicklungen ergibt sich für die elektrischen Verteilnetze ein entsprechender Ausbaubedarf. Den haben die Management- und Technologieberatung BearingPoint aus Frankfurt und das Fraunhofer IEE (vormals IWES) in Kassel in enger Zusammenarbeit mit zehn hessischen Verteilnetzbetreibern im Auftrag des Landes Hessen erarbeitet.

Die Ergebnisse liegen in der umfassenden Verteilnetzstudie Hessen 2024 bis 2034 nun vor.

 

Ziele und Aufgaben der Studie

 

  1. Erstellen von Energieszenarien für Hessen unter Berücksichtigung der regional verfügbaren und wirtschaftlich erschließbaren Potenziale sowie der bundes- und landespolitischen Zubauziele für die Stützjahre 2024 und 2034
  2. Ermitteln des notwendigen Verteilnetzausbaus in Hessen und der damit verbundenen Investitionen für die Stützpunktjahre in den Szenarien
  3. Prüfen weiterer bislang unberücksichtigter Kosteneinsparpotenziale durch Optimierung der 110 kV Netzstrukturen (Netzkopplung)
  4. Untersuchen von Netzanschluss-Systematiken, mit dem Ziel, den Anschluss von Erneuerbaren Energien und Netzbetriebsführungskonzepte zu optimieren
  5. Prüfen der Auswirkungen und Potenziale des Einsatzes von innovativen Maßnahmen
  6. Gegenüberstellen der Ergebnisse und Ableiten von Handlungsempfehlungen an Politik, Regulierung und Netzbetreiber

Eine innovative Methodik führt zur Lösung.

 

  • Die Verteilnetzstudie bildet den gesamten Planungslauf der strategischen Netzplanung ab.
  • Regionalisierung auf erweiterte Ortslagen schafft höhere Genauigkeit der Energieszenarien
  • Einzelanlagen werden standortgenau in 50 Verteilvarianten regionalisiert
  • Hohe räumliche Auflösung der Szenarien auf erweiterte Ortslagen
  • Analyse und Berechnung von ausschließlich Realnetzen in großer Anzahl auf allen Netzebenen
  • Probabilistische Netzberechnung für eine Vielzahl von Netz-konfigurationen auf Basis dieser Realnetze in allen Spannungsebenen inkl. Randnetz
  • Hochrechnung über validierte funktionale Zusammenhänge (Hochrechnungsgüte gegen gerechnete Netze gemessen)
  • Differenziertes Kostenmodell, hergestellte Ver-gleichbarkeit von konventionellen und innovativen Maßnahmen, Prüfen auf Gesamtwirtschaftlichkeit
  • Hohe Verallgemeinerbarkeit durch harmonisierte Planungsprämissen und Bewertungen
  • Alle Analysen basieren auf Realnetzen der Verteilnetzbetreiber in Hessen
    • Hohe Repräsentativität aufgrund des Flächenanteils der beteiligten Netzbetreiber
    • Vielzahl an analysierten Echtnetzen für realistische Bewertung der Netzauswirkungen in den geplanten Szenarien
    • Hohe Bandbreite an tatsächlichen Netztopologien, Netzsituationen und Versorgungsaufgaben
  • Netzplanungen erfolgen in hoher Anzahl automatisiert mittels heuristischer Optimierung (3.780.000 Netzplanungen, 4.500.000.000 Lastflussberechnungen)