/  1.5.2005  -  31.12.2020

Hybridsysteme Gambia

R. Geipel, M. Landau, M. Vandenbergh

Partner Instituto Tecnologico, Instituto Tecnológico de Canarias, SC IPA SA CIFATT Craiova, Universität Kassel
Förderung REMIS
Auftraggeber REMIS, Ökostromanbieter
Laufzeit 01.05.2005 - 31.12.2020
Bearbeiter Randolf Geipel (Projektleiter), Markus Landau, Michel Vandenbergh

 

Für die vielfältigen Aufgaben in einem Krankenhaus ist eine zuverlässige Stromversorgung heute unverzichtbare Grundlage. So wird Strom beispielsweise für den Betrieb von medizinischen Geräten, zur Kühlung von Medikamenten und Räumen für Kommunikationseinrichtungen und die Beleuchtung von Räumen und Arbeitsplätzen benötigt. In den industrialisierten Ländern steht hierfür ein starkes elektrisches Verbundnetz zur Verfügung, jedoch nicht in der kleinen westafrikanische Stadt Darsilami. Hier unterstützt der Hilfs-Center-Essen-Darsilami (HCE) e.V. den Bau eines Krankenhauses. Dessen Stromversorgung hatte sich die REMIS GmbH (Köln) zur Aufgabe gemacht.

Auf Initiative von REMIS und der Unterstützung vieler weiterer Partner wurde im Jahr 2004 unter technischer Leitung des Fraunhofer IEE (früher ISET) ein solarer Energiecontainer mit einem hybriden PV-Batterie-Diesel-System in Kassel aufgebaut und getestet. Die technischen Eckdaten des Versorgungssystems sind 3-kWp-Photovoltaikanlage, zwei PV-Strangwechselrichter, zwei netzbildende Batteriestromrichter mit je 4,5 kVA, ein Batterieverband (60 V, 300 Ah C10) bestehend aus 30 Gel-Blei-Zellen, einphasiger 9,6-kW-Diesel-Stromerzeuger, Lade- und Temperaturmanagement für den Batterieverband,Energiemanagement durch prioritäre Lastabschaltungen, hohe Versorgungssicherheit durch redundante Auslegung der Komponenten, Betriebsdatenerfassung mit DFÜ.

Unter Mithilfe einiger Mitarbeiter des Krankenhauses wurde die Stromversorgung Ende November 2004 in Darsilami aufgebaut und in Betrieb genommen. Für einfache Systemaufgaben, wie beispielsweise das Reinigen des Solargenerators oder das Ablesen der Energiezähler, wurden Techniker vor Ort ausgebildet.

Um die Verbreitung solcher Hybridsysteme nachhaltig gestalten zu können, wurde mit der gambischen Technikerschule GTTI ein kleines Ausbildungsprojekt begonnen. Zunächst verbrachten zwei angehende Ingenieure sechs Wochen im Gambia, um zum einen die technischen Fähigkeiten und Potentiale vor Ort kennen zu lernen, zum anderen interessierte Studenten des GTTI in den Themenbereich Photovoltaik einzuführen. Diesem Besuch soll Anfang 2006 eine mehrwöchige Schulung von zwei ausgewählten GTTI-Studenten in Kassel folgen.