/  1.11.2018  -  31.10.2021

DeGeb - Dekarbonisierung des Gebäudewärmesektors

Förderer
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektpartner Agora Energiewende (Projektleitung), Universität Kassel
Laufzeit 01.11.2018 - 31.10.2021
Bearbeiter Helen Ganal, Sarah Becker, Norman Gerhardt, Kilian Stroh, Annika Pieper, Christina Sager-Klauß

 

Das Beheizen von Wohn- und Nichtwohngebäuden ist eine der wesentlichen Quellen von CO2-Emissionen. Gebäude und Heizungssysteme sind langlebige Güter mit dem Risiko von Pfadabhängigkeiten, welche die Dekarbonisierung zu einer Herausforderung machen. Die Wirkung verfügbarer Optionen wie Energieeffizienz und erneuerbare Energien hängt davon ab, inwieweit diese tatsächlich von Wohnungseigentümern gewählt werden. Die Entscheidung der Eigentümer hängt von deren Präferenzen, den Anreizstrukturen und dem Regulierungsrahmen ab. Neben dem öffentlichen ist dies vor allem das Privatrecht, das die Beziehungen zwischen Akteuren wie Vermietern und Mietern, Eigentümer bzw. -gemeinschaften und Anbietern von Heizungssystemen bzw. Wärmenetzen regelt. 

Ziel des Vorhabens ist der Vergleich der gesamtwirtschaftlichen Wirkung unterschiedlicher Rechtsrahmen zur Dekarbonisierung im Gebäudewärmebereich. Dabei wird die Wirkung auf den Primärenergiebedarf, die damit zusammenhängende Kosten und Nutzen an Wohlfahrt sowie die Robustheit bestimmter Entwicklungspfade betrachtet. 

Das Vorhaben kombiniert die beiden Perspektiven des individuellen Entscheiders und der Betrachtung energiepolitischer Zielszenarien, indem es (1) individuelle Entscheidungen innerhalb eines gegebenen Rechtsrahmens modelliert, (2) die Aggregation dieser individuellen Entscheidungen in ein Simulationsmodell des gesamten deutschen Gebäudewärmesektors einspeist. Die Resultate der Modellierung werden mit den Ergebnissen des existierenden Optimierungsmodells des gesamten deutschen Energiesystems (SCOPE) verglichen.

Am Fraunhofer IEE wird dazu in der Abteilung Energiewirtschaft und Systemdesign ein Modell zur Simulation der regionalisierten Gebäudebestandsentwicklung mit integrierter agentenbasierter Sanierungsentscheidung auf Gebäudeebene aufgebaut. Die agentenbasierte Sanierungsentscheidung ermöglicht die Berücksichtigung verschiedener Entscheidertypen mit unterschiedlichen Präferenzen und Irrationalitäten, aus denen sich über individuelle Nutzwertoptimierungen die jeweiligen Sanierungsentscheidungen ableiten lassen. Raumbezogene Daten die in die Modellierung einfließen, ermöglichen darüber hinaus regional differenzierte Ergebnisse. Mit der Modellierung der Gebäudebestandsentwicklung kann so die Wirkung aggregierter Einzelentscheidungen auf den deutschen Markt analysiert werden.

 

Dialog zur Klimaökonomie:

DeGeb wird als Forschungsprojekt im Rahmen des Förderschwerpunktes Ökonomie des Klimawandels II durch das BMBF gefördert. Begleitet und unterstützt werden die unterschiedlichen Forschungsvorhaben in diesem Förderschwerpunkt durch den Dialog zur Klimaökonomie, mit dem Ziel den Austausch und die Kooperation mit Stakeholdern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern.