Forschungs-Projekte

HydroConnect

Impacts of connecting Norwegian hydropower to continental Europe and the UK

Projektpartner SINTEF Energy Research, Norwegian University of Science and Technology, The University of Trento
Förderer The Research Council of Norway, Agder Energi, BKK, EnergiNorge, Hydro Energi, Lyse Produksjon, Sira-Kvina kraftselskap
Projektlaufzeit 01.01.2021 - 31.12.2024
Bearbeiter Dr.-Ing. Philipp Härtel (Projektleiter), Richard Schmitz

 

Motivation

Um das Ziel der Klimaneutralität in Europa bis zum Jahr 2050 zu erreichen, ist ein erheblicher Ausbau der variablen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erforderlich. Die gesamteuropäischen Strom- und Energiesysteme stehen daher vor mehreren grenz- und sektorenübergreifenden Herausforderungen, um bis dahin einen effektiven und effizienten Übergang zu ermöglichen. Norwegische Wasserkraft verfügt dabei über eine große Speicherkapazität in bestehenden Stauseen, die für einen groß angelegten Ausgleich und zur Energiespeicherung im Verbund mit Kontinentaleuropa und Großbritannien genutzt werden kann.

© Fraunhofer IEE
Überblick der Szenarien
© Fraunhofer IEE
Beispielhafte Stromverbräuche in den Szenarien
© Fraunhofer IEE
Beispielhafte Import-/Export-Bilanz in den Szenarien

Zielsetzung

HydroConnect ist ein "Wissensaufbauprojekt für die Industrie", das zum Teil vom norwegischen Research Council finanziert wird. Untersucht wird, ob norwegische Wasserkraft eine wichtige Rolle bei der Eindämmung des Klimawandels spielen kann. Dazu werden die Auswirkungen auf die Kohlendioxidemissionen in Europa, die Strompreise in Norwegen und Europa sowie die Umweltauswirkungen auf norwegische Stauseen und Flüsse auf der Grundlage verschiedener Szenarien für die Entwicklung des Stromnetzes und der Kuppelleitungen in den Jahren 2030 und 2050 untersucht.

Im Rahmen des Projekts werden die Auswirkungen der Nutzung norwegischer Wasserkraft für den großräumigen Ausgleich in Kontinentaleuropa und in Großbritannien analysiert und wichtige Forschungsfragen beantwortet:

  • Wie kann norwegische Wasserkraft zur Dekarbonisierung
    des europäischen Stromsystems beitragen?
  • Welche Folgen hat die Teilnahme an den europäischen Märkten
    für das norwegische Stromsystem?
  • Welche Auswirkungen hat die Teilnahme an den europäischen Märkten
    auf den Betrieb und die Erlöse von Wasserkraftwerken?
  • Welche Auswirkungen hat der Betrieb von Wasserkraftwerken
    auf die Umweltbedingungen in den Stauseen?

Rolle des Fraunhofer IEE

Das Fraunhofer IEE wird als internationaler Forschungspartner in HydroConnect voll finanziert. Mit unserer Erfahrung und unseren Werkzeugen für mittel- bis langfristige Szenarienentwicklungen für die Energiewende tragen wir innerhalb des Projekts hauptsächlich zur Forschungsarbeit im Arbeitspaket "Auswirkungen auf das europäische Stromsystem" bei. Konkret nutzen wir unser Modell SCOPE Scenario Development, um relevante Szenarien für die norwegische Wasserkraft zu berechnen. Um die Rolle der Wasserkraft in zukünftigen europäischen Energieszenarien zu analysieren, verwenden wir ein detailliertes Wasserkraftmodell und untersuchen mehrere Szenariovarianten, die wesentliche Unsicherheiten in der Zukunft widerspiegeln. Dazu gehören eine erhöhte norwegische Stromnachfrage, die öffentliche Akzeptanz von Onshore-Windkraftanlagen, ein verstärkter Einsatz von Offshore-Windkraftanlagen (einschließlich Offshore-Energieinseln) sowie unterschiedliche Importpreise für grünen Wasserstoff.

Zusammenarbeit

HydroConnect ist ein Gemeinschaftsprojekt und wird in enger Zusammenarbeit mit unseren Forschungspartnern bei SINTEF und der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens durchgeführt. Gemeinsam verbessern wir unser Wissen darüber, wie die Wasserkraft zum Ausgleich variabler erneuerbarer Energiequellen genutzt werden kann. Basierend auf den Ergebnissen des Projekts HydroBalance und den Szenarien zum Stromsystem aus dem Projekt openENTRANCE wird HydroConnect die Auswirkungen des norwegischen Wasserkraftsystems auf die Bereitstellung von Ausgleichsleistungen für das europäische Stromsystem in kurzen (2030) und langen (2050) Zeithorizonten mit verschiedenen Szenarien der Stromsystementwicklung bewerten. Zu diesem Zweck wurde die Datenbank des Fraunhofer IEE über Wasserkraftwerke in ganz Europa auch für das norwegische Stromsystem abgeglichen und aktualisiert.