/  1.7.2019  -  31.12.2020

URGENT 2.0

Kulturerbe - Management für eine nachhaltige und smarte Entwicklung der urbanen Region Chiang Mai

Förderer
Bundesministerium für Bildung und Forschung  
Projektpartner Fraunhofer IMW, School of Public Policy der Universität Chiang Mai
Laufzeit 1.7.2019 - 31.12.2020
Bearbeiter Gudrun Franke-Braun, Christina Sager-Klauß

 

 

Chiang Mai ist die größte Stadt in Nordthailand und ein beliebtes Reiseziel für rund 7 Millionen Touristen pro Jahr. Die Anzahl der Besucher, vor allem aus China, nimmt stetig zu und hat sich zwischen den Jahren 2007 und 2017 verdreifacht. Der steigenden Nachfrage folgend wird das Hotelangebot stetig ausgeweitet und konzentriert sich geographisch vor allem auf Stadtquartiere mit hohem Bestand an baulichem Kulturerbe. Die damit einhergehende hohe urbane Entwicklungsdynamik verändert die traditionellen sozioökonomischen Strukturen in diesen Quartieren. Gleichzeitig besteht in weiten Teilen der lokalen Bevölkerung sowie der städtischen Administration eine Verunsicherung in Bezug auf den Umgang mit den Auswirkungen dieser Entwicklungsdynamik auf das materielle und immaterielle Kulturerbe in den betroffenen Quartieren.

Dieses resultierte in der Vergangenheit in einer sinkenden urbanen Lebensqualität, unter anderem durch starke Luftverschmutzung, hohes Verkehrsaufkommen und wenig integrierte Energieversorgungssysteme. Insbesondere historische Gebäude werden den neuen Anforderungen kaum gerecht. Mangelndes Vertrauen zwischen den Akteuren, fehlendes Prozesswissen und die Nichteinbindung wesentlicher Interessengruppen in den Quartieren führt zudem dazu, dass die städtische Entwicklungsplanung aktuell nicht die Ziele einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadtentwicklung erfüllt.

Gemeinsam mit dem Fraunhofer IMW, Leipzig und der School of Public Policy (SPP) der Universität Chiang Mai (CMU) wird ein Konzept erarbeitet, das eine integrierte Stadtentwicklung in historischen Quartieren ermöglichen soll. Dabei werden Modernisierung und eine langfristige Nutzungssicherung des Gebäudebestands durch integrierte Energiesysteme und Sanierung berücksichtigt. Eine systematische Identifikation, Anpassung, Übertragung und Einbettung von Wissen aus regionalen und internationalen Kontexten bilden die Grundlage der gemeinsamen Forschungsarbeiten. Neben der CMU sind sowohl lokale als auch regionale Akteure der Stadtentwicklung beteiligt.

Ziel der Partner ist eine langfristige Zusammenarbeit im Rahmen von Pilot- und Demonstrationsprojekten in der nachfolgenden Forschungsphase ab 2021. Die Gestaltung dieser Vorhaben bietet die Möglichkeit der Anwendung und Weiterentwicklung des in der Definitionsphase entwickelten Konzepts, welches die Passfähigkeit von Lösungen optimiert und die Wahrscheinlichkeit des langfristig erfolgreichen Erschließens des Marktsegments „asiatischer Sekundärstädte“ erhöht.