Erfolgreicher Start des Industriearbeitskreises für offene Energiemanagement-Software OGEMA 2.0

Kassel /

Die Schnittstelle zwischen dem Smart Building und dem Smart Grid ist ein zentraler Baustein für das Energiesystem der Zukunft. Im Forschungsprojekt „OGEMA 2.0“ teilen die drei Fraunhofer Institute IWES, IIS und ISE ihre Expertise aus vier E-Energy-Projekten. Zur Begleitung des Projekts wurde ein Industriearbeitskreis gegründet, um den Transfer der Forschungsergebnisse in den Markt zu unterstützen. Dieser startete mit großem Interesse der Industrie.

Mit über 60 Industrievertretern startete am 20. April der erste OGEMA 2.0-Industriearbeitskreis mit Beteiligung der Fraunhofer-Institute IWES, IIS und ISE. Die beteiligten Firmen brachten ihre Praxiserfahrung ein und formulierten Anforderungen an das Energiemanagement-Gateway OGEMA. Die drei Institute erarbeiten - unter Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) - ein offenes Energiemanagement-Gateway.

Das BMU eröffnete die erste Sitzung des Industriearbeitskreises, Alexander Folz Referent des BMU zu den Zielen von OGEMA: „Die Energieversorgung in Deutschland soll zukünftig überwiegend auf erneuerbaren Energien beruhen. Dies erfordert ein intelligentes Zusammenspiel zwischen Stromerzeugung und -verbrauch unter Einbeziehung von Energiespeichern und moderner Netztechnik. Das Projekt OGEMA 2.0 und der begleitende Industriearbeitskreis können durch die Entwicklung einer offenen Plattform für dezentrale Smart-Grid-Anwendungen hierbei einen wichtigen Beitrag leisten und die Entwicklung hin zu intelligenten Netzen deutlich voranbringen.“

Der Energiemanagement-Gateway der Fraunhofer-Forscher ist in Privathaushalten, Gewerbe- und Industriebetrieben einsetzbar. „Insbesondere in Ein- und Mehrfamilienhäusern wird unsere offene, standardisierte und damit preisgünstige Lösung einen wichtigen Beitrag liefern, damit sich intelligentes Energiemanagement auch in Privathaushalten schon in naher Zukunft rechnet“ erläutert Philipp Strauß, Leiter des Bereichs Anlagentechnik und Verteilungsnetze am Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), die Anwendung der OGEMA-Software.

Der Industriearbeitskreis richtet sich an potenzielle Nutzer des Energiemanagement-Gateways, insbesondere Hersteller von Stromzählern, Haushaltsgeräten, Heiztechnik, Wechselrichtern, etc., aber auch Telekommunikations- und Energieversorgungsunternehmen. Es sollen auch Labortests durchgeführt werden, in denen die IAK-Teilnehmer ihre eigenen Produkte testen können. Themen, wie Standardisierung, Internationale Kooperationen und Lizenzstrategien stehen auf der Agenda des Arbeitskreises.

Die Gründung von spezialisierten Arbeitsgruppen zu Schwerpunktthemen, wie z. B. Etablierung von variablen Tarifen, Erstellung von Informationsmaterial für diverse Smart Grid – Zielgruppen und Entwicklung von Geschäftsmodellen, ist vorgesehen. Prof. Dr. Do-minique Gabioud, HEVs Sion und Mitglied der OGEMA-Alliance: „Ich war sehr erfreut über die vielen Industrievertreter verschiedener Branchen und die interessante Diskussion. Ich konnte gute Kontakte knüpfen und hoffe, dass der OGEMA-Arbeitskreis nicht nur die Technologie sondern auch die Standardisierung zu Ener-giemanagement-Gateways weiter voranbringt."

Für die Transformation der Energieerzeugung hin zu fluktuierenden erneuerbaren Energien, wie Wind- und Photovoltaik-Stromerzeugung, wird es erforderlich, dass sich der Verbrauch der Erzeugung anpasst. Das intelligente Stromnetz der Zukunft (Smart Grid) wird Knappheits- und Überschusssignale in Form von variab-len Strompreisen oder direkten Steuersignalen an die Stromkunden senden. Damit wird die Integration der fluktuierenden erneuerbaren Erzeuger verbessert und die Stabilität im Verteilnetz unterstützt.

Ein automatisiertes Energiemanagement hilft Kunden Anreizsignale des Smart Grids zu interpretieren und unterstützt bei der effizienten Energienutzung. Diese Schnittstelle zwischen dem Smart Building und dem Smart Grid nennt sich Energiemanagement-Gateway und wird derzeit von den Fraunhofer-Forschern im Projekt OGEMA 2.0 als offene Softwareplattform entwickelt. OGEMA wird helfen steuerbare Verbrauchsgeräte (z.B. Waschmaschinen oder Kühlschränke), aber auch steuerbare Erzeuger und Speicher (z.B. Mikro-KWK.) im Sinne des Kunden zu managen.

Der Begriff OGEMA umfasst sowohl die Software selbst, als auch die Allianz, die gegründet wurde, um die Entwicklung der Software voranzutreiben. OGEMA vereint die Forschungsergebnisse von OGEMA 1.0 und openMUC zu dem neuen Framework „OGEMA 2.0“. Das Projekt OGEMA 2.0 wird von den drei Fraunhofer Instituten IWES, IIS und ISE in einem Zeitraum von 4 Jahren durchgeführt und vom Bundesumweltministerium mit ca. 5 Mio. Euro gefördert. Die Teilnehmer des Industriearbeitskreises erhalten Informationen aus erster Hand zum Projektfortschritt und erfahren, wie sie Appli-kationen (Apps) für die Software-Plattform entwickeln können.

Interessierte Unternehmen erhalten nähere Informationen auf der OGEMA-Website oder kontaktieren bitte die genannten Ansprechpartner.

Weitere Informationen:

Fraunhofer IWES
Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES wurde zum Jahresbeginn 2009 gegründet und ist aus dem ehemaligen Fraunhofer-Center für Windenergie und Meerestechnik CWMT in Bremerhaven sowie dem Institut für Solare Energieversorgungstechnik ISET e.V. in Kassel hervorgegangen. Die Forschungsgebiete umfassen das gesamte Spektrum der Windenergie sowie die Integration aller erneuerbarer Energien in Versorgungsstrukturen.

Fraunhofer IIS
Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS ist Forschungsstätte und Partner der Wirtschaft in den Bereichen mikroelektronische Systeme und Software. Das Budget des IIS wird bis auf eine Grundfinanzierung in Höhe von weniger als 25 Prozent aus der Auftragsforschung finanziert. Der Hauptsitz des Instituts befindet sich in Erlangen, weitere Standorte sind Nürnberg, Fürth, Ilmenau und Dresden.

Fraunhofer ISE
Das Fraunhofer ISE ist mit über 1100 Mitarbeitern das größte Solarforschungsinstitut Europas. Die Arbeit des Institutes reicht von der Erforschung der naturwissenschaftlich-technischen Grundlagen der Solarenergienutzung über die Entwicklung von Prototypen bis hin zur Ausführung von Demonstrationsanlagen. Das Fraunhofer ISE ist in nationale und internationale Kooperationen eingebunden, es ist u. a. Mitglied des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE) und der European Renewable Energy Research Centres (EUREC) Agency.

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