RAVE-Forscher beraten erste Zwischenergebnisse
Nachdem die Windenergieanlagen des ersten deutschen Offshore-Windparks "alpha ventus" im April diesen Jahres in Betrieb genommen wurden, liegen die ersten Betriebs-erfahrungen und Messdaten vor. Am 13. September 2010 kommen die Vertreter der einzelnen Forschungsprojekte rund um alpha ventus zu einem "Intermediate Workshop" in Oldenburg für einen internen Erfahrungsaustausch zusammen.
Der Windpark stellt nicht nur einen Meilenstein für die Nutzung der Windenergie auf dem Meer dar, sondern ist gleichzeitig auch Gegenstand intensiver Forschungsaktivitä-ten. Die Forschungsinitiative RAVE (Research at alpha ventus) des Bundesumweltministe-riums begleitet den Bau und Betrieb des Testfeldes und hat zum Ziel, die Nutzung der Offshore-Windenergie zu optimieren. Schließlich soll der Strom vom Meer in Zukunft einen wesentlichen Anteil an der deutschern Stromproduktion übernehmen. „Die Offsho-re-Windenergie ist als ein Standbein der zukünftigen Energieversorgung unverzicht-bar,“ davon ist Prof. Jürgen Schmid, Leiter des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Kassel, überzeugt.
„Die Ansätze zur Nutzung der Windenergie auf hoher See sind viel versprechend und aussichtsreich. Dennoch müssen wir die Erkenntnisse aus der praktischen Umsetzung in die Forschung und Entwicklung zurückkoppeln, denn Technik muss weiterentwickelt wer-den. Nur wenn wir unsere Kreativität gemeinsam in einen ständigen Verbesserungspro-zess dieser vergleichsweise noch jungen Technologie einbringen, lassen sich die hochge-steckten Ziele an Erträgen, Zuverlässigkeit und Kosten für „Strom vom Meer“ erreichen,“ so Prof. Schmid, der als Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltverände-rungen auch die Bundesregierung berät.
Das Offshore Testfeld alpha ventus bietet dazu weltweit einmalige Möglichkeiten. Über 1200 Messungen werden den Forschen ein genaues Bild der Anlagen unter allen Be-dingungen liefern. Alle Messdaten werden in einem zentralen Forschungsarchiv bereit-gestellt. Kein Wunder, dass der Andrang der Wissenschaftler groß ist. Damit ist ein bisher in Deutschland und auch weltweit einmaliges nationales Netzwerk der Wind-energieforschung entstanden, das sich international u. a. mit der Europäischen Techno-logieplattform Windenergie, der Europäischen Windenergie Akademie (EAWE) und IEA-Aktivitäten vernetzt hat.
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