Vorstellung Jahresergebnis 2008: Institut beschleunigt Wachstumskurs und bezieht weiteres Gebäude in Kassel
Erfolgsjahr für das Kasseler Forschungsinstitut ISET
Im vergangenen Jahr hat das auf die Erneuerbaren Energien spezialisierte Systemforschungsinstitut ISET sein Institutswachstum gegenüber den Vorjahren noch mal deutlich beschleunigen können, so Prof. Jürgen Schmid, Vorstandsvorsitzender des ISET, bei der Vorstellung des Jahresergebnis 2008. Besonders deutlich wird dies am Personalwachs-tum, so Prof. Schmid weiter. So platzt das Institut in seinem Kasseler Insti-tutsgebäude inzwischen aus allen Nähten und als Übergangslösung bis zu einem Neubau musste nun ein zweites Gebäude angemietet werden. Auf Basis der guten Projektlage und dem boomenden Forschungsmarkt für Er-neuerbare Energien wird sich das Wachstum durch die für dieses Jahr vor-gesehene Aufnahme in die Fraunhofer-Gesellschaft auch zukünftig fortset-zen lassen, ergänzt Dr. Oliver Führer, der im ISET-Vorstand für die For-schungskoordination und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.
Wachstumskurs
Der stabile Wachstumskurs des Instituts hat sich mit rund 15 % Personalwachstum im vergangenen Jahr gegenüber den durchschnittlich 10 % in den drei Vorjahren nicht nur fortgesetzt, sondern noch mal deutlich beschleunigt. Und auch für 2009 können die Aussichten als insgesamt sehr positiv eingeschätzt werden. Durch die angekündigte Grundfinanzierungserhöhung des Landes Hessen auf jährlich 2,1 Mio. Euro für die nächsten fünf Jahre und die verbesserten Rahmenbedingungen, die die für das Jahr 2009 vorgesehene Aufnahme des ISET in die Fraunhofer-Gesellschaft bietet, wird eine Fortsetzung dieses Wachstums möglich sein. Mittel- bis langfristig könnte die Institutsgröße am Standort Kassel praktisch verdoppelt werden. Derzeit sind einschließlich Gastwissenschaftlern, Doktoranden und Studie-renden insgesamt etwa 180 Personen im ISET tätig, was einer Personalkapazität von rund 130 Vollzeit-Stellen entspricht, wovon ca. 100 auf reguläre Angestellte entfallen.
Das wohl bedeutendste Ereignis des vergangenen Jahres war – neben dem 20-jährigen Institutsjubiläum, das im Rahmen eines großen Festakts im Herbst 2008 von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gefeiert und gewürdigt wurde – die Ent-scheidung zur Aufnahme des ISET in die Fraunhofer-Gesellschaft. So soll das ISET im Laufe des Jahres 2009 durch Vereinsverschmelzung als Teil des im Januar 2009 neu gegründeten Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in die Fraunhofer-Gesellschaft übergehen. Das Fraunhofer IWES wird neben dem ehemaligen ISET auch das ehemalige Fraunhofer-Center für Windenergie und Meerestechnik CWMT in Bremerhaven umfassen, sowie zwei Fraunhofer-Projekt-gruppen in Hannover und Oldenburg. In einer Feierstunde am 8. Mai in Kassel sol-len der Kooperationsvertrag zwischen Fraunhofer-Gesellschaft und Universität Kassel unterzeichnet und weitere Einzelheiten der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Erweitungsgebäude bezogen – Institutsneubau geplant
Da das Institut inzwischen aus allen Nähten platzt, mussten nun als Übergangslö-sung 1200 qm zusätzliche Bürofläche angemietet werden. Die neuen Räume in der Goethestraße 27 liegen in unmittelbarer räumlicher Nähe des derzeitigen Instituts-gebäudes, und auch zum Fachbereich Elektrotechnik/Informatik der Universität Kassel sind es nur ein paar Schritte. In dem 8-stöckigen Hochhaus ist der FuE-Bereich Energiewirtschaft und Netzbetrieb untergebracht, eine der insgesamt vier For-schungsabteilungen des ISET. Auch wenn die neuen Räume hervorragende Arbeitsmöglichkeiten bieten, wie Bereichsleiter Dr. Kurt Rohrig anlässlich des heutigen Umzugs in die neuen Räumlichkeiten bestätigt, kann dies jedoch nur eine Über-gangslösung sein, bis der im Zuge des Fraunhofer-Übergangs angestrebte zentrale, bedarfsgerechte Institutsneubau zur Verfügung steht.
Das ISET
Das ISET befasst sich mit anwendungsorientierter Forschung für die Elektro- und Systemtechnik zur Nutzung erneuerbarer Energien, insbesondere der Photovoltaik, Wind-, Meeres- und Bioenergie. Mit rund 180 Wissenschaftlern, Angestellten und Studenten zählt das vor über 20 Jahren in Kassel gegründete Institut zu den auf die-sem Gebiet international führenden Forschungseinrichtungen. Neben einer Grund-finanzierung des hessischen Wissenschaftsministeriums wird der Institutsetat in Hö-he von rund 10 Mio. Euro zur Hälfte aus Projektmitteln von Bund, Land und EU und zu einem Viertel aus Wirtschaftserträgen finanziert. Das Tätigkeitsfeld des Instituts erstreckt sich von der ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenforschung über die anwendungsnahe Entwicklung von Verfahren und Geräten bis hin zu Normung, Bil-dung und wissenschaftlicher Beratung.
Besondere Beispiele für die zahlreichen wissenschaftlichen Erfolge des Instituts und den stets gelungenen Technologietransfer in die Anwendung sind das inzwischen in Forschung und Entwicklung als Standard-Tool eingesetzte Bleibatterie-Simulationsmodel ISET-LAB, die deutschlandweit bei allen Übertragungsnetzbetrei-bern genutzten Windleistungs-Prognosesysteme, das patentierte Verfahren SelfSync für die kommunikationslose Wechselrichtersynchronisation in Inselnetzen und die weltweit erste im Dauerbetrieb mit landwirtschaftlichem Biogas eingesetzte Mikro-gasturbine. Weitere Highlights waren das Monitoring des weltweit größten Wind-energieprogramms, die Mitwirkung bei der weltweit ersten großen Meeresströ-mungsturbinen-Pilotanlage, die Einführung des modularen Systemkonzepts für Pho-tovoltaik- und Hybridanlagen sowie die maßgebliche Prägung der heutigen Photo-voltaik-Wechselrichter-Technik.
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