Wissenschaftsdelegation aus China besucht Fraunhofer IEE am Hessischen Biogasforschungszentrum
Eine fünfköpfige Delegation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Chinesischen Institutes für Umwelt und nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft der Chinesischen Akademie für Agrarwissenschaften aus Peking hat das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE am Hessischen Biogasforschungszentrum besucht.
Im Mittelpunkt des fachlichen Austauschs stand die Frage, wie die energetische und stoffliche Nutzung von Biomasse nachhaltig in landwirtschaftliche Betriebe integriert und wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in die landwirtschaftliche Praxis übertragen werden können.
Die chinesischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten das Fraunhofer IEE und das Hessische Biogasforschungszentrum gezielt als Station ihrer Fachreise ausgewählt. Von besonderem Interesse waren die Integration von Biogasanlagen in landwirtschaftliche Strukturen sowie die Weiterentwicklung der Biogastechnologie von der reinen Energieerzeugung hin zu flexiblen und multifunktionalen Systemen.
Genau diese Verbindung von Forschung, Energiesystemtechnik und praktischer Anwendung ist seit rund 15 Jahren ein Schwerpunkt der Arbeiten am Hessischen Biogasforschungszentrum. Die Forschungsanlage ermöglicht, unterschiedliche Verfahren und Betriebskonzepte unter praxisnahen Bedingungen zu untersuchen und deren Einbindung in landwirtschaftliche Produktions- und Energiesysteme zu bewerten. Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) werden die gewonnenen Erkenntnisse in die landwirtschaftliche Fachausbildung und Praxis übertragen.
Neben der Bereitstellung von Strom, Wärme und erneuerbaren Gasen gewinnen stoffliche Nutzungspfade zunehmend an Bedeutung. Biomasse und biogene Reststoffe können künftig nicht nur als Energieträger, sondern auch als Ausgangsstoffe für erneuerbare Kohlenstoffprodukte und weitere Anwendungen der Bioökonomie eingesetzt werden. Diskutiert wurde zudem, wie Erneuerbare Energien zur Resilienz landwirtschaftlicher Betriebe beitragen können.
Ein Schwerpunkt des Besuchs lag auf der Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in die landwirtschaftliche Praxis übertragen werden können. Vorgestellt wurden dazu Erfahrungen aus Forschungs- und Demonstrationsprojekten sowie Ansätze zur Bewertung technischer, ökonomischer und ökologischer Rahmenbedingungen.
Auch die Landwirtschaft in China steht vor der Aufgabe, Biomasseressourcen effizient zu nutzen, Erneuerbare Energien stärker in landwirtschaftliche Betriebe zu integrieren und Stoffkreisläufe zu schließen.
Der Besuch vertiefte den wissenschaftlichen Austausch über die zukünftige Rolle von Biogas, Biomasse und Bioökonomie in nachhaltigen landwirtschaftlichen Energiesystemen. Beide Seiten sehen großes Potenzial, Erfahrungen auszutauschen und Lösungsansätze weiterzuentwickeln.
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